Taschenuhr mit Rekordpreis

Patek Philippe

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Patek Philippe Taschenuhr zum Rekordpreis versteigert

Eine 1925 vom amerikanischen Banker Henry Graves in Auftrag gegebene Luxus-Uhr der Marke Patek Philippe erzielte bei einer Versteigerung in Genf einen Preis von 23,2 Millionen Franken (umgerechnet etwa 19,3 Millionen Euro). Das Auktionshaus selbst hatte den Wert auf etwa 15 Millionen Franken geschätzt. Ein Betrag, der bei der Versteigerung spielend überboten wurde. Die Taschenuhr, die unter der Leitung des renommierten Auktionshauses Sotheby's den Besitzer wechselte, zeichnet sich mit 24 Komplikationen, eingebettet in einem 74 Millimeter breiten Goldgehäuse, aus. Unter anderem ist es möglich die Mondphasen zu erfahren, sowie zwischen zwei Zeitzonen zu wechseln und auf ihrem Ziffernblatt den Anblick des New Yorker Nachthimmels genießen. Natürlich weist das kostbare Stück der Schweizer Manufaktur Patek Philippe noch weitere Funktionen auf, die den stattlichen Preis der goldenen Uhr rechtfertigen und diese einzigartig machen.


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Die "Graves" Supercomplication Taschenuhr Nr. 198 385

Schon im Jahre ihrer Fertigstellung bezahlte der Auftraggeber für diese Uhr einen Betrag von 60.000 Franken, welches natürlich ein Vermögen war, aber kaum mit dem vor kurzem erzielten Versteigerungspreis vergleichbar ist. Der neue Besitzer möchte nicht namentlich bekannt gemacht werden.

1999 wurde das kostbare Werk der Schweizer Manufaktur schon einmal bei Sotheby's unter den Hammer gebracht - damals mit einem Preis von 11 Millionen Franken.

Weiterhin ist zu sagen, dass die Uhr als das Produkt einer luxuriösen Auseinandersetzung hervorging: der Uhrensammler Graves stand im Wettstreit mit James Ward Packard, einem Industriellen, der in der Automobil-Branche zu einigem Vermögen gelangt war. Dessen Uhr, die er 1919 erwarb, besaß beachtliche 16 Komplikationen. Eine Zahl, die Henry Graves mit allen Mitteln übertreffen wollte.


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Die "Graves" Supercomplication Taschenuhr Nr. 198 385 Rückseite

1928, als Graves' Uhr endlich fertiggestellt wurde, verstarb sein langjähriger Konkurrent Packard in der Gewissheit, dass er im Wettstreit der Uhren nicht übertroffen worden war. Das Ergebnis ist eine Double-face Taschenuhr aus mehr als 900 Einzelteilen. Zu ihren 24 Komplikationen gehören eine Grande Sonnerie mit vier Tonfedern, ein Alarm auf einer fünften Feder, ein Schleppzeiger-Chronograph, ein Stunden- und ein Minutenzähler, zwei Gangreserveanzeigen und ein ewiger Kalender. Die Rückseite zeigt überdies die Sternzeit, die Zeitgleichung, die Sonnenauf- und -untergangszeiten für New York und eine sich drehende Sternkarte mit dem von Henry Graves Jrs. Wohnort aus sichtbaren Teil des Nachthimmels.

Nach dem Tod seines Rivalen fehlte Henry Graves jedoch auch sein jahrelanger Widersacher.

Bis heute bleibt die goldene Taschenuhr des Bankers das wohl eines der kompliziertesten, aber auch raffiniertesten Werke der Uhrmacherei.

Unter Uhren-Experten, wie zum Beispiel Tim Bourne, der für das Auktionshaus selbst tätig ist, wird die Patek-Philippe-Uhr als "Heiliger Gral" der Uhrmacherei angesehen. Er spricht sogar von einem "Meisterwerk, das seinen Platz unter den wichtigsten Kunstwerken verdient hat".

Gerüchte besagen, dass die goldene Uhr 1969 das letzte Mal aufgezogen wurde - und seitdem immer noch ihren Dienst erfüllt. Natürlich ist dies nur eine unbestätigte Legende. Dennoch ist das kostbare Stück ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass hochwertiges Handwerk eben doch beständiger ist als möglichst preiswert produzierte Massenware.

Eine Uhr, die zweifellos ein stolzes Alter erreicht hat und dabei noch genauso tadellos funktioniert wie am Tage ihrer Fertigstellung.

Insgesamt also ein Kunstwerk der Uhrmacherei, die zeigt, dass auch in der modernen Gesellschaft nicht alles digital sein muss, um höchsten Anforderungen gerecht zu werden.


 
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