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Tobias Seckler

Uhrmachermeister + Werkstattleiter

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Wieso unser Werkstattleiter handwerklich perfekte Spätzle schaben kann? Weil Tobias Seckler die Suche nach der passenden Ausbildung über Umwege zum Uhrmacher gemacht hat. 
„Mir war klar, dass ich etwas mit den Händen machen wollte“, erinnert er sich. Beim Handwerkspraktikum in der 10. Klasse der Waldorfschule fällt seine Wahl auf eine Restaurantküche am Bodensee. „Ich habe da täglich 2,5 kg Spätzle geschabt. Die will meine Familie heute noch am liebsten“, lacht Tobias. So richtig überzeugt war er vom Kochen aber doch nicht, was unter anderem an den Säcken mit Zwiebeln liegen könnte, die er zu schälen hatte. Bis heute bereitet er aber gern das Essen für Alle zu. Nach dem Abitur macht er ein Praktikum in einem Hotel in Ravensburg. Die längsten zwei Tage seines Lebens. Danach ist ihm klar, dass diese Branche nicht das Richtige ist.

Ein Kunde seiner Eltern, die einen Getränkehandel betrieben, bringt ihn auf die Idee, sich mal eine Uhrmacherwerkstatt anzusehen. Hier verfliegen die Stunden zum ersten Mal und es ist klar: Tobias möchte Uhrmacher werden.
Und als ob sich in diesem Sommer einfach alles fügen sollte, lernt er auf einer Orchesterfahrt seine heutige Frau kennen. Tobias liebt Musik seit seiner Kindheit, spielt heute Posaune im Musikverein der freiwilligen Feuerwehr. Schon beim ersten Kennenlernen ist zwischen den Beiden fast alles klar, spätestens beim zweiten Besuch weiß Tobias, dass sein Ausbildungsplatz in Essen sein muss – dem Wohnort seiner Freundin. Von der Handwerkskammer in NRW lässt er sich eine CD mit den Adressen der Ausbildungsbetriebe in der Umgebung geben. Seine Freundin besichtigt alle Werkstätten und meldet zurück, welche den besten Eindruck machen. 
„Viele haben gar nicht mehr ausgebildet damals, einer rief mich sofort zurück“, erzählt er. Ein Glücksfall und zugleich keine ganz einfache Zeit. Eine Ausbildung „vom alten Schlag“ und eine neue Stadt können auch zur Herausforderung werden. Aber Tobias Seckler weiß, was er will. „Ich wollte am liebsten irgendwann selber unterrichten können“, sagt er. 

Ein Studium „Lehramt Uhrmacherhandwerk“ gibt es allerdings nicht, „das hätte ich sofort gemacht“. Er entscheidet sich deshalb für Maschinenbau und Fertigungstechnik in Duisburg, will dazu Erziehungswissenschaften studieren. Fachvorlesungen und Pädagogik lassen sich im Stundenplan aber einfach nicht unter einen Hut bringen. 
„Ich habe dann den Uhrmachermeister berufsbegleitend in Österreich gemacht, sagt er. Ein Investment in die Zukunft. Es gab immer den großen Traum, zu unterrichten. Für Tobias bedeutet diese Entscheidung Schlafmangel über Monate. Er ist inzwischen Papa geworden, was das größte Glück, aber keine Nachtruhe bedeutet. Morgens um sechs beginnt sein Lernpensum und nach der Arbeit geht es um 19.30 Uhr mit dem Pauken weiter. Drei Wochen in Österreich bereiten die Meisterschüler auf die Prüfung vor, 12-Stunden Tage, die man nur mit einem klaren Ziel vor Augen durchzieht. 
„Ich wollte einfach immer weiterkommen“, erklärt er diesen Schritt, der sich als die beste Entscheidung herausgestellt hat. Denn er eröffnet ihm völlig neuen Möglichkeiten. Er wird stellvertretender Leiter der Schulungsabteilung bei Rolex, konzipiert deutschlandweit Fortbildungen. Als er gefragt wird, ob er in Mülheim eine Werkstatt aufbauen und als Experte zur Verfügung stehen will, lockt ihn wieder die Herausforderung. Tobias versucht auch immer wieder Neues, wagt sich auch mal aus der Komfortzone. Wer ihn kennt, kann sich gut vorstellen, dass er seine Entscheidungen trotzdem nicht impulsiv fällt, sondern klug abwägt. Ausgeglichen, sympathisch und konzentriert sind Attribute, die einem in den Sinn kommen, wenn man ihn in der Werkstatt beobachtet. Das Gegenteil von polterndem Chef der alten Schule. Bei Blome schätzt er als Leiter der Werkstatt die Tradition, das Qualitätsbewusstsein und den überregional bekannten, guten Ruf. „Ich bin heute außerdem im Gesellenprüfungsausschuss NRW und Dozent in der Meisterausbildung“. Die perfekte Mischung aus handwerklich anspruchsvoller Tätigkeit und Lehre. Besser hätte er sich seinen Werdegang über Umwege nicht ausmalen können.

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