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Dragan Peric

Uhrmachermeister

Dragan Peric - Uhrmachermeister_600

Disziplin, Gewissenhaftigkeit, Erfahrung. Diese drei Attribute sind für Dragan Peric die wichtigsten Eigenschaften eines Uhrmachers. Und zugleich beschreiben sie ihn selber perfekt. „Disziplin hat ja für viele einen negativen Beigeschmack“, sagt er „für mich ist sie völlig selbstverständlich“. Einen Anteil daran hat sein erster Werkstattleiter während der Ausbildung zum Uhrmacher. „Ich bin jeden Morgen mit der Bahn von Remscheid nach Düsseldorf gefahren. Es gab damals noch keine Anzeigetafeln, auf der man die Verspätungen angezeigt bekam, man erhielt aber eine Bescheinigung über Verspätungen für den Arbeitgeber“, erinnert er sich. „Was soll ich mir von dem Bescheid kaufen?“, poltert der Ausbilder und Dragan Peric findet, dass der Mann recht hat. „Seitdem fahre ich seit 20 Jahren so, dass ich zwei Bahnen verpassen könnte und immer noch pünktlich wäre“, sagt er. Deshalb trinkt er seinen zweiten Kaffee jeden Morgen um sieben Uhr in der Nähe der Blome Werkstatt und beginnt exakt um 7.57 Uhr seine Arbeit. Die Stunde mit der Zeitung und der noch ruhigen Innenstadt genieße er sehr. 
Jeden Tag beginnt er mit der gleichen Sorgfalt. „Man verbessert sich ständig selber“, sagt er, „selbst wenn man bei gleicher Sorgfalt einfach schneller wird“. Den hohen Anspruch an die eigene Arbeit erklärt er sich durch einen Rat seines Vaters, den er dem Sohn schon früh mit auf den Weg gibt: „pünktlicher, ehrlicher und gewissenhafter“ als die anderen solle der Sohn sein. Als Gastarbeiter aus Ex-Jugoslawien war die Familie nach Deutschland gekommen, der Sohn lernt innerhalb eines Jahres fließend Deutsch. 

Beim Arbeitsamt erkennt man Dragan Perics Geschick und Interesse an Feinmechanik. Der Berater empfiehlt ihm eine Ausbildung in einer Uhrmacherwerkstatt. „Ich empfinde große Dankbarkeit diesem Menschen gegenüber“, sagt der gläubige Christ. Dieser Satz sagt viel über ihn selbst aus, einen Menschen, der Wärme und Herzlichkeit ausstrahlt.

Die beweglichen Teile einer Uhr habe er direkt spannend gefunden. „Es gibt viele Uhrmachermeister“, sagt er, „aber nicht alle machen ihren Beruf mit Herz und Leidenschaft“.
„Ich habe viel Freude, wenn ich sehe, wie ein Kunde begeistert seine überholte Uhr abholt“, sagt er. Überhaupt solle man alles, was man tue mit Freude machen. „Mein Beruf hat mir vom ersten Tag an Spaß gemacht“. 

Während der Lehre habe der Meister oft mit der Stoppuhr hinter ihm gestanden. „Nach der Ausbildung hatte ich einen tollen Chef, der mir wahnsinnig viel beigebracht hat und menschlich großartig war“, erzählt er. Der Chef beruhigt den damals noch etwas unerfahrenen Peric mit den Worten „wenn etwas kaputt geht, geht es halt kaputt“. Das habe den Druck von ihm genommen und er wurde sogar noch gewissenhafter als vorher. Jede Luxusuhr betrachtet er als etwas ganz Besonderes für seinen Besitzer. „Wenn man hektisch ist, übersieht man Fehler“, weiß er. Jeder Schraubendreher muss für jeden kleinen Schlitz angepasst werden, es darf kein Kratzer hinterlassen werden. Und selbst eine Hautschuppe, die unbemerkt in das Gehäuse fällt, könnte große Auswirkungen haben. „Winzige Kratzer können teure Uhren um mehrere Tausend Euro entwerten“, weiß er. Man müsse mit sehr viel Ehrfurcht an die Uhren gehen. „Ich möchte ja auch nicht von jemandem operiert werden, der seinen Beruf nicht mag“, lacht er. 
Sein Anspruch wird auch in seiner Vita deutlich: Jahresbester in der Meisterschule, Bester bei Lehrgängen großer Manufakturen wie der von Patek Philippe. 
Dass er tatsächlich wirkt, als würde er völlig in sich ruhen, könnte mit seinem Engagement in der Kirchengemeinde und seinem sportlichen Hobby zu tun haben. Sein Glaube gibt ihm Kraft. Er läuft und fährt Rad. Allerdings nicht um den Block wie andere Hobbysportler, sondern beachtliche Distanzen. 100km beim Nachtlauf in Biel, Ultra-Marathons, bei denen einen deutlich längere Laufstrecke als die üblichen 42, 195 km zurückgelegt wird, Läufe über 24 Stunden. „Einen Marathon mit einer Weinverkostung würde ich gerne noch machen“, schmunzelt er und wirkt dabei überhaupt nicht verbissen. Ihm machen diese Rennen tatsächlich Spaß, in der Natur findet er Ruhe und Ausgeglichenheit. Luxus ist für ihn ein köstliches Essen mit Freunden. 
Genuss und Disziplin schließen sich für ihn nicht aus. Das denkt er jeden Morgen um sieben Uhr im Café bevor er in die Werkstatt geht.

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