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SIHH 2015: Zeitwerk Minutenrepitition

A. Lange & Söhne

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2009 begann die A. Lange & Söhne Uhrenmanufaktur mit einem Experiment: Nämlich der Realisierung einer Uhr, die nicht so recht in das Bild der sächsischen Uhrenmanufaktur passen wollte. Stand doch das Unternehmen aus Glashütte in einer Tradition, die schon bis in das Jahr 1845 zurückging und deren Gründer, Ferdinand Adolph Lange, mechanische Uhren fertigte. Sollte jetzt das digitale Zeitalter beginnen?

Designer und Konstrukteure der Manufaktur stellten ihr Können unter Beweis und zeigten, wozu Feinmechanik in der Lage ist. Es entstand die Zeitwerk Minutenrepetition. Erstmals erschien eine dezimale Stunden- und Minutenanzeige als mechanische Sprungziffernanzeige, dargestellt durch einen Stundenring und zwei Minutenscheiben. Ergänzend kamen eine kleine Sekundenanzeige und die Anzeige der Gangreserve dazu. Die Sprungziffernanzeige stand dabei für kompromisslose Klarheit. Das patentierte Nachspannwerk sorgt während der Gangdauer für konstante Antriebskraft. Dadurch steuert sie zuverlässig die Ziffernanzeige von Minute zu Minute.

Die digitale Anzeige des Meisterwerkes ist so aufgebaut, dass eigentlich niemand auf den Gedanken kommt, hier läge ein digitales Uhrwerk vor. Bei dem Sprungziffer-Mechanismus, der an die Stelle des Minutenzeigers tritt, springen Minuten und Stunden der Anzeige weiter. Sie laufen also nicht langsam durch, was zur Folge hätte, dass nur die Hälfte der Zahlen sichtbar wäre. Die Zeitwerk schlägt, im Gegensatz zu einer herkömmlichen Minutenrepetition, nicht Viertelstunden, sondern für die Minuten in vollen Zehnerschritten.

A. Lange & Söhne überraschte auf der Genfer Messe SIHH 2015 mit dem neuen Kunstwerk. Die Zeitwerk Minutenrepetition ist das zweite Modell der Glashüttener Manufaktur, bei dem die Uhrzeit durch Töne wiedergegeben wird. Die Erbauer haben rechtzeitig zur SIHH 2015 ein Meisterstück entwickelt, das durch ein Schlagwerk Stunden, Zehnminutenintervalle und Minuten zum Klingen bringt. Die akustische Wiedergabe entspricht exakt der digitalen Anzeige, wenn das Schlagwerk durch einen Drücker ausgelöst wird. Die Zeit wird durch einen tiefen Ton bei jeder vollen Stunde, einen Doppelton bei vollendeten zehn Minuten und einen hohen Ton bei jeder vollendeten Minute angezeigt.

Eine Besonderheit ist die Aktivierung durch einen Drücker. Bisher gab es einen Schieber, über den eine Feder für das Schlagwerk gespannt wurde. Bei der Neuheit der sächsischen Uhrenmanufaktur wird jedoch die Kraft für das Schlagwerk dem Federhaus für die Zeitanzeige entnommen.

Damit die Feder der Uhr nicht durch ihren Träger entspannt werden kann und anschließend stehen bleibt, kann die Repetition nicht mehr betätigt werden, wenn noch weniger als zwölf Stunden Gangreserve verbleiben. Ein roter Punkt auf der Gangreserveanzeige macht dies deutlich. Ebenso wird die Krone beim Schlagen entkoppelt, da ihre Bedienung in dieser speziellen Situation das Uhrwerk beschädigen könnte.

Eine weitere Sicherheitsvorkehrung gewährleistet, dass ein Stellen der Uhr nicht möglich ist, wenn das Schlagwerk abläuft. Das Räderwerk des Aufzuges vom Sperrrad, das das Schlagwerk antreibt, wird nämlich beim Auslösen des Schlagwerks entkoppelt. Durch diesen Vorgang wird vermieden, dass sich das Räderwerk des Aufzuges samt Krone beim Repetiervorgang mitdreht und viel Energie verloren geht. Die Folge ist jedoch, dass sich bis zum Abschluss des Repetiervorgangs das Weiterschalten der Ziffernscheiben verzögert. Dabei vergehen jedoch nur etwa zwanzig Sekunden bei der maximalen Tonfolge um 12.50 Uhr, wodurch sichergestellt wird, dass das akustische Signal wieder exakt der angezeigten Zeit entspricht.

Unzählige Schritte waren durch die Erbauer erforderlich, damit eine reibungslose und dauerhafte Funktion aller Mechanismen gewährleistet werden konnte. Das hauseigene Handaufzugskaliber L043.5 zählt zu den kompliziertesten seiner Art überhaupt, denn immerhin besteht das Uhrwerk aus 771 einzelnen Teilen. Die Exzenterunruh oszilliert mit einer Frequenz von stündlich 18.000 Halbschwingungen. Die klingende Uhr hat einen Durchmesser von 44,2 Millimetern und ist in Platin erhältlich.

Das Tragen einer Zeitwerk von A. Lange & Söhne ist für den Uhrenliebhaber ein Erlebnis. Das Meisterwerk der Glashüttener Manufaktur wird noch lange nach der SIHH 2015 eine neue Sicht auf handwerkliches Können ermöglichen.

 
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